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Es ist ein gutes Gefühl alles geregelt zu haben

28. August 2015 von Dirk Büttner | 2 Kommentare

Sostegno e aiuto a persone anzianeWir sind abgelenkt von europäischen Herausforderungen (wie Griechenland oder den Flüchtlingssituationen) und vergessen sowie verdrängen unsere eigenen Herausforderungen!

Wir werden alle älter, sehr schön!
Haben wir uns genug damit beschäftigt, welche Herausforderungen dies an uns selber und unser Umfeld, auch Familie stellt?

Es gibt aktuell viele gute Filme zu dem Thema Pflege u.a. auf DVD / Videothek wie „Honig im Kopf“ oder am kommenden Montag, 31.08.15 um 20.15 Uhr im ZDF „Mein vergessenes Leben“ Mein vergessenes Leben – Trailer

Wir wissen, dass zukünftig jede 2. Frau und jeder 3. Mann in Deutschland pflegebedürftig wird, davon ca. 50% auch an Demenz erkranken. Dies stellt ein hohes Risiko für die gesamte Familie dar! Somit ist Pflege ein Familienproblem!

Neben den familiären Aspekten stehen finanzielle stark im Vordergrund:

  • Pflegekosten : Wie finanziert der Betroffene dies aus seinen Einkünften oder Vermögen?
  • Partner: Ist die Altersvorsorge des Partners gesichert (Einkommen und / oder Vermögen inkl. Immobilien)?
  • Erben: Wie ist unser Erbe an die Kinder geschützt?
  • Schenkung: Was habe ich alles in den letzten 10 Jahren an Dritte verschenkt? Kann dies zurückgefordert werden?
  • Unterhaltspflichtige Familienangehörige: Wer muss mit seinem Vermögen und Einkommen wen unterstützen?

Ich höre immer von vermögenden Personen, dass Sie in der Lage sind, die Pflegekosten selber zu finanzieren. Macht dies jedoch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn?
Gerade diese Personen versuchen doch ein hohes Risiko mit geringen finanziellen Mitteln im Alltag auszulagern! Sie machen jedoch bei Ihrer eigenen Person und Pflege diese Überlegung nicht, zumal durch Ihren gehobenen Standard Ihre Pflege und die daraus folgenden Kosten wesentlich höher ausfallen als im Normalfall.

Ein Blick zurück in unserer jüngsten Vergangenheit zeigt, dass Pflege immer ein Thema innerhalb der Familie war.

Kinder, die Geburtsjahrgänge 1915-1920, und Angehörige führten meistens in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Pflege ambulant durch. Die Familien wohnten noch in 2- oder 3-Generationenhaushalten, Pflege übernahmen i.d.R. die Frauen (Ehefrauen, Schwiegertöchter, Töchter), da eine große Anzahl von ihnen Hausfrauen waren ( die Anzahl der versicherungspflichtig beschäftigten Frauen lag 1970 in der BRD bei 19,8%). Meist waren mehrere Frauen täglich vor Ort, die Zeit für die Pflege hatten und ein Verdienstausfall musste nicht hingenommen werden.

Dies wandelte sich deutlich in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Pflegende Kinder waren aus den Geburtsjahrgängen 1935-1940 und bedingt durch die vergangenen Kriegsereignisse wesentlich weniger. Immer mehr Menschen mussten und wurden dadurch in stationären Pflegeeinrichtungen gepflegt. Die Kosten stiegen damals bereits über 4.000 DM. Diese monatlichen Kosten konnten von vielen Pflegebedürftigen und deren Angehörigen nicht mehr getragen werden. Die Folge war, dass ca. 80% der Pflegeheimbewohner auf staatliche Hilfe zur Pflege – sprich Sozialhilfe – angewiesen waren. Dies führte 1995 zur Einführung der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung. Durch die Bezuschussung in den Pflegestufen I-III konnte innerhalb kurzer Zeit die Anzahl der Sozialhilfeempfänger halbiert werden.

Betrachten wir dies aktuell, sind seit 1995 die Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung (gleiche Leistungen bei GKV- u. PKV-Versicherten) nur marginal erhöht worden, jedoch die durchschnittlichen Pflegeheimkosten in der PS III liegen heute im Bundesdurchschnitt bei 3.500 Euro (ca. 6.500 DM). Neben den finanziellen Auswirkungen, ergeben sich auch familiäre. Nur wenige Kinder wohnen heute noch am Heimatort oder in der unmittelbaren Nähe der Eltern, Großeltern, sowie sind i.d.R. die Kinder, deren Partner und Enkelkinder heute voll berufstätig. Für viele Kinder/Schwiegerkinder/Enkelkinder ist eine zeitliche Unterbrechung des Berufslebens von mehreren Jahren für die Pflege eines Angehörigen oft aus finanziellen und beruflichen (Karriere) Gründen nicht möglich. Die Entfernungen zwischen den Parteien und die finanzielle Abhängigkeit vom Elternhaus, Job – da noch einige Finanzierungen (Auto, Haus, Küche…etc.), die Altersvorsorge, Rücklagenbildung nicht erledigt sind – stellt eine enorme Herausforderung dar.

Können wir mit gutem Gewissen vorher sagen, dass der Partner oder die Kinder noch leben, wenn die Pflege eintritt?
Können die Familienangehörigen die Pflege psychisch, finanziell, körperlich und zeitlich leisten?
Möchte ich als Betroffener (Pflegebedürftiger) in puncto Körperhygiene, jeden Morgen und Abend von meinen Kindern oder Enkelkindern im Intimbereich berührt werden und wollen diese das auch ausführen?

Oft ist professionelle Hilfe und Unterstützung gefragt, bevor die Angehörigen psychisch und körperlich überlastet werden und die Beziehungen und /oder Ehen an diesen Belastungen zerbrechen.

Machen Sie sich frei und regeln Sie Ihre Selbstbestimmung – rechtlich mit Vorsorgevollmacht u. Sorgerechtsverfügung, medizinisch mit Patientenverfügung; finanziell mit einer Pflegeabsicherung und wie Ihr letzter Wille aussieht mit einer Bestattungsvorsorge und einem Testament.

„Es ist ein gutes Gefühl alles geregelt zu haben!“

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.consulting-pflegevorsorgeberater.gfvv24direkt.de